Ich bin Tom und ich stehe in einer Situation, die mir nicht nur den Pflichtteil meines Erbes, sondern auch meine Würde als Mensch genommen hat. Was ich erlebt habe, ist kein familiäres Verständigungsproblem – es ist eine systematische Täuschung, die ausgenutzt hat, dass ich zu dem Zeitpunkt der Unterzeichnung eines Erbverzichts geschwächt und rechtlich ungeschützt war.
Wie alles begann
Vor nicht allzu langer Zeit war ich am Tiefpunkt meines Lebens. Ich erholte mich gerade von einem langen komatösen Zustand und einer mehrjährigen Schwerbehinderung. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt mein gerichtlich bestellter Betreuer. Genau in dieser Phase, als ich unter massivem Einfluss von Medikamenten stand, aus Gründen der Schmerzprävention Cannabis konsumierte und gleichzeitig einen unbändigen Lebenswillen mit vielen Partys hatte, hat er selbst mich dazu gedrängt, meinen Erbanspruch aufzugeben.
Nachdem vorher über Jahre der Vorgang immer gleich war: »Junge, unterschreib das mal.« habe ich es im Entferntesten nicht für möglich gehalten, dass mein Vater mir jemals etwas vorlegt, was gegen meine Interessen gerichtet ist. Ein Erbverzicht ohne Kompensation ist ohne jede Frage gegen meine Interessen.
Das „Argument“, mit dem mein Vater mich überzeugte, war von Anfang an eine komplett falsche Darstellung der Ausgangsituation, die mich psychisch massiv unter Druck setzte: „Junge, wir müssen das machen, sonst nimmt der Staat uns die Wohnung weg“. Da ich ohnehin ein schlechtes Gewissen hatte und mich als Belastung für meinen Vater fühlte, wollte ich nicht noch zusätzlichen Schaden in meiner Familie anrichten. Also unterschrieb ich – ohne je mit einem Anwalt gesprochen zu haben, der mich in dieser komplexen Problemlage hätte beraten können.
Die Entdeckung der Wahrheit
Inzwischen habe ich unendlich viel über Erbrecht gelesen und die Realität letztendlich verstanden: Das, was wir da unterschrieben haben, entrechtet mich und lässt mich besitzlos im Stich. Ich habe keinerlei Rechte und bin einfach ein Bettler und muss auf die Gutmütigkeit meines Bruders hoffen.
Nachdem ich wochenlang in einem Nebel aus Verwirrung und Hilflosigkeit getappt war, begann ich zu recherchieren. Ich las alles, was ich über Erbrecht finden konnte. Bücher, Urteile, Kommentare. Jede Seite brachte mir mehr Klarheit, aber auch mehr Entsetzen über das, was mir -dummerweise mit meiner Hilfe- angetan worden war. Die Verantwortung trägt der Initiator.
Erst am Ende eines monatelangen Prozesses, bei dem ich alles versucht hatte, um wieder eine gerechte Erbregelung zu bekommen, war abschließend die Erkenntnis wie ein Schlag mitten ins Gesicht. Denn das Dokument, das ich damals unterschrieben hatte, war von Anfang an eine leere Hülle, die mich nur vorgeblich schützen sollte. Letztendlich entrechtete es mich jedoch und enteignete mich zugunsten meines Bruders. Nicht mehr als ein Stück Papier, das seine vermeintliche Verbindlichkeit nur durch meine Unwissenheit im Rahmen meines damaligen gesundheitlichen Desasters erlangt hatte. Mein Vater, der doch nur wenige Wochen zuvor noch mein gerichtlich bestellter Betreuer gewesen war, wusste exakt, in welchem Zustand ich mich befand. Ich war unter dem Einfluss starker Medikamente und Cannabis gefangen, mit einem unbändigen Lebenswillen, der mich gleichermaßen blind und anfällig machte.
Mein jüngerer Bruder – der „Bessere“
Mein jüngerer Bruder wurde zum alleinigen Grundbucheigentümer der Familienimmobilie. Mein Vater stellt ihn als denjenigen dar, der die geeignetere Person ist, um solche Dinge zu regeln. Mindestens Moral und Weitsicht, die dazu notwendig wären, spreche ich ihm ab.
Mit jedem neuen Fetzen Wissen kam auch die Erkenntnis über die Brutalität dessen, was das letztendlich im Zweifelsfall bedeutet. Mein eigener Vater und mein jüngerer Bruder – sie hatten mich nicht nur um mein Erbe betrogen, sie hatten mich um meine Würde, meine Zukunft und meine Sicherheit gebracht.
Ständig verkauften Sie mir Enteignung als Wohltat. Sie hatten mich in die Position eines Menschen gedrängt, der um seines Bruders Gutmütigkeit betteln muss, um überhaupt etwas zu bekommen. Bei meinem Bruder, der sich als der Bessere bzw. der Fähigere inszenierte, gab es mehrere Vorfälle, die mich an seiner Aufrichtigkeit zweifeln ließen.
Sein ständiges Herabsetzen bei jedem Treffen, emotionale Provokation bei jeder Kontaktaufnahme, die Unfähigkeit, meine Grenzen zu akzeptieren – all das war Teil eines Musters, das mich kleinhalten und ihn aufwerten sollte. Es ist das altbekannte Spiel mit einem schwarzen Schaf als Sündenbock, das sich in tausenden Familien ähnlich abspielt.
Die Wahrheit, die ich entdeckte, war bitterer. Sie bestätigt aber auch, dass mein Kampf nicht nur legitim ist, sondern unbedingt notwendig ist, auch für andere in der gleichen Situation. Ich habe ein moralisches Recht und die Pflicht, meine Ansprüche durchzusetzen. Meine nächsten Schritte: sachlich argumentieren, Barrikaden beseitigen und Öffentlichkeit suchen. Denn was ich erlebt hatte, war kein einfaches familiäres Missverständnis. Jetzt, ganz zum Schluss eines langen Prozesses, bei dem ich alles versucht habe, um wieder eine gerechte Neuregelung zu erreichen, ist es glasklar und ich schaffe es einfach nicht mehr, mir selbst etwas vorzumachen.
Es ist ein abgekartetes Spiel: Bruder = 100, Ich = 0.
Die emotionale Realität hinter den Fakten
Was mich am tiefsten verletzt, ist nicht nur die bestehende Ungerechtigkeit, sondern die emotionale Kaltblütigkeit dahinter. Die Erkenntnis, dass mein eigener Vater mich zu dem Zeitpunkt meiner größten Schwachheit ausgenutzt hat, hat mich tagelang in eine tiefe Verzweiflung gestürzt. Als ich erkannte, dass ich ihm so wenig wert bin, dass er tatsächlich wegen vergleichsweise geringer Beträge herumdiskutiert, die eine echte rechtliche Absicherung kosten würden, da wusste ich exakt, was ich ihm wert bin: Null. Das hat alles Gute, was er jemals für mich getan hat, in Sekunden vernichtet.
Die Dimension dieser Demütigung ist schwer zu fassen. Mein Vater war wenige Wochen, ja Tage vor der Unterzeichnung des Erbverzichts noch mein gerichtlich bestellter Betreuer. Er war in der Verantwortung eines gesetzlichen Beschützers, hat aber stattdessen ein für mich zerstörerisches Geschäft geschlossen, in einer Zeit, in der ich schwer beeinträchtigt war. Gesetzlich wäre er verpflichtet gewesen, mir vorher den Rat eines Rechtsanwaltes zukommen zu lassen. Sehr wahrscheinlich weiß er exakt, dass jeder Anwalt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte. Moralisch und intellektuell besitzt mein Vater nicht die Fähigkeit, etwas von der Tragweite eines »gerichtlich bestellten Betreuers« auszuüben, geschweige denn vernünftige Regelungen in Erbangelegenheiten aufzusetzen.
Das Bewusstsein, dass die eigene Familie einen gnadenlos bestiehlt und belügt, ist das Verstörendste und Schwerste, was ich in meinem ganzen Leben erlebt habe. Wenn man von seiner Familie abgesprochen bekommt, ein vollständiger Mensch (»Mit dir stimmt doch was nicht.«) zu sein, wenn man als »nicht ganz richtig« deklariert wird und damit abgesprochen bekommt, Würde zu haben und Respekt zu verdienen, ist das hart und kaum zu ertragen. Es ist ein Drama für mich, aber in toxischen Familienkonstellationen spürt nun mal nur das Opfer tatsächlich die Bösartigkeit der Täter. Für alle anderen gibt es eine grandiose Maske, unglaublicherweise mit plakativen Elementen sozialer Natur.
Das gesamte Szenario hat mich selbst in kurzer Zeit massiv verändert. Es hat mir die Abgründe der menschlichen Seele gezeigt, sobald es um »Besitz« geht. Ich habe unendlich oft gesagt und geschrieben, dass ich einfach nur Angst vor der Zukunft habe.
Angst, das weiß jedes kleine Kind, ist ein unglaublich mächtiges und schwer zu ertragendes Gefühl. Doch egal wie oft ich versucht habe, emotional zu argumentieren, so oft wurde mir mit Eiseskälte entgegengebracht: »Du bist nicht ganz fit und so geht das nicht und sei zufrieden, wir haben doch alles für dich getan.«
Die psychologische Belastung ist enorm. Ich habe berechtigte Angst vor Hunger und Elend – keine Übertreibung, sondern meine gelebte Realität. Es geht um fundamentale, universelle Rechte, die mir mit unglaublich dreisten Mitteln abgesprochen wurden. Die Vorstellung, dass ich eines Tages aus Müllcontainern leben müsste, während mein jüngerer Bruder in der Wohnung wohnt, die zur Hälfte mir gehört, ist kein abstraktes Horrorszenario. Es ist das, was mein Vater mit einem müden, herablassenden Lächeln billigend in Kauf nimmt und meine konkrete Zukunft darstellen könnte.
Ein Eimer voll Scheiße ist niemals Gold, was glänzt.
Der Weg nach vorn – Transparenz statt Verschweigen
Ich habe mich entschieden, den Schweigekreis zu durchbrechen. Die Transparenz, diesen Blog zu schreiben, ist das einzige Ventil, das mir geblieben ist, um zu verarbeiten, dass meine Familie mir wegnimmt, was mein Überleben sichern könnte. Ich werde die juristische Aufarbeitung begleiten und alles transparent darstellen.
Gleichzeitig werden wir die bundesweit juristisch bedeutsame Frage klären: „Ist ein Erbverzicht in dieser Form tatsächlich sittenwidrig?“ Diese Frage ist von größter juristischer Bedeutung und ich werde das an lto.de weiterleiten.
Was ich will – und was nicht
Ich will nicht streiten, das habe ich meiner Familie unendlich oft gesagt. Trotzdem ist man nicht in der Lage, auf permanente Provokation, auf das mutwillige Schüren von Konflikten und auf nicht zu ertragendes passiv-aggressives Verhalten zu verzichten. Die Toxizität sitzt tief in der DNA meiner Familie, die nach außen natürlich immer im schönsten Schein strahlt.
Ich will nicht gezwungen sein, monatelang seitenweise Briefe zu schreiben. Ich will nicht für völlig logische Zusammenhänge Argumente suchen, die jeder versteht und trotzdem keinerlei Wirkung haben. Ich will nicht, dass ich vielleicht irgendwann Flaschen sammeln muss. Ich will einfach nur die rechtlich geschützte Hälfte des Erbes, das mir zusteht. Keinen einzigen Cent mehr als das. Und ich will Ruhe, 100% Ruhe, vor Streit und Auseinandersetzung.
Es geht darum, dass eine Familie ihre eigenen Regeln nicht über Gesetz und Moral stellen kann. Es geht darum, dass man einen kranken Sohn nicht ausnimmt, nur weil man denkt, er wäre zu schwach, um sich zu wehren.
Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, was Recht und Gerechtigkeit wert sind. Ich bin bereit für einen gigantischen Prozess. let’s go…
Die Geschichte hat gerade erst begonnen. Bleibt dran, es wird heiß.
Tom S. – 09.12.2025


