Den Begriff »Gaslighting« haben viele Menschen schon mal gehört und in gewisser Weise hat er sich zu einer Art Modewort gewandelt. Das dystopisch Schlechte für Opfer ist aber, dass so gut wie niemand, der nicht selbst betroffen ist, überhaupt eine Ahnung hat, welche Auswirkungen und welche Folgen das für Opfer haben kann.
Ich selbst gelte, mindestens seit ich mein Erbe zurückhaben möchte, wahlweise als »nicht ganz fit«, »mit dir stimmt doch was nicht«, »das bildest du dir ein« oder ein ungewöhnlicher Klassiker: »Das hast du dir doch nur angelesen«. Ich habe lange gebraucht, um das System dahinter zu verstehen. Für Täter ist es unglaublich nützlich, jemanden intellektuell so zu diskreditieren, dass er nicht mehr ernst genommen werden muss. Dies gilt insbesondere, wenn die Täter selbst nicht besonders intelligent sind und keine echten Argumente vorweisen können. Egal, was dieser Mensch dann sagt und schreibt, kann mit einem einzigen Totschlagargument beseitigt werden. Im Fall »Erbe zurückbekommen« natürlich perfekt, um jedes noch so überzeugende Argument vollständig abblitzen zu lassen.
In meinem speziellen Fall hat sich das durch Triangulation so tief in meine Familie und das nähere Umfeld eingeschlichen, sodass ich dort niemals wieder die Chance haben werde, als vollständiger Mensch ernst genommen zu werden. Egal, was ich von mir gebe, es ist immer das gleiche Muster, welches mir die Würde als Mensch abspricht.
Für Opfer ist das geradezu eine Persönlichkeitsvernichtung, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig ist es aber so subtil und ganz einfach abstreitbar, dass es für Opfer schwer ist, überhaupt jemandem zu erklären, was gerade vor sich geht und vor allem, was das als Opfer tatsächlich bedeutet.
Warum Gaslighting psychischer Missbrauch ist
Gaslighting wird nicht als bloße Meinungsverschiedenheit oder Lüge definiert, sondern als eine systematische Form der emotionalen Manipulation. Es erfüllt die Kriterien des psychischen Missbrauchs aus folgenden Gründen:
- Zersetzung der Realität: Der Täter leugnet objektiv stattgefundene Ereignisse oder verdreht Fakten so lange, bis das Opfer seiner eigenen Wahrnehmung, seinem Gedächtnis und seinem Urteilsvermögen misstraut. Das Ziel ist die Destabilisierung der psychischen Integrität.
- Macht und Kontrolle: Wie bei körperlicher Gewalt geht es beim Gaslighting primär um die Ausübung von Macht. Der Täter macht das Opfer von seiner Version der Realität abhängig, um Kontrolle über dessen Handeln und Denken zu erlangen.
- Isolierung: Durch die Manipulation wird das Opfer oft dazu gebracht, sich von Freunden und Familie zu distanzieren, da der Täter diese als »Lügner« oder »Feinde« darstellt oder dem Opfer einredet, niemand sonst würde es verstehen oder tolerieren.
- Angriff auf die Identität: Durch ständige Kritik, Abwertung und das Infragestellen der Zurechnungsfähigkeit (»Du bist verrückt«, »Du bildest dir das nur ein«) wird das Selbstwertgefühl des Opfers systematisch abgebaut.
Folgen für die Opfer
Die Auswirkungen von Gaslighting sind gravierend und oft langanhaltend, da die Gewalt nicht sichtbar ist (keine blauen Flecken), was es für Opfer und Außenstehende schwer macht, den Missbrauch zu erkennen.
Hier eine Übersicht der häufigsten Folgen, unterteilt in verschiedene Ebenen:
Ebene Konkrete Auswirkungen Kognitiv Massive Selbstzweifel, Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen (aus Angst, falsch zu liegen), Gedächtnisprobleme durch chronischen Stress, ständiges Hinterfragen der eigenen Erinnerung. Emotional Chronische Angstzustände, Depressionen, Gefühle von Hoffnungs- und Hilflosigkeit, Scham, Schuldgefühle (da das Opfer glaubt, es sei »selbst schuld« oder »zu empfindlich«). Psychosomatisch Schlafstörungen, chronische Erschöpfung, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen und andere stressinduzierte körperliche Symptome. Verhalten Entschuldigungsverhalten (ständiges Entschuldigen für alles), sozialer Rückzug, übermäßige Anpassung an die Wünsche anderer (People Pleasing), um Konflikte zu vermeiden. Langzeitschäden
Wenn Gaslighting über einen längeren Zeitraum stattfindet, können sich komplexe Störungsbilder entwickeln:
- Verlust des »Selbst«: Betroffene wissen oft nicht mehr, wer sie sind, was sie mögen oder welche Werte sie haben, da ihre Identität durch die Realität des Täters überschrieben wurde.
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS/K-PTBS): Viele Opfer entwickeln Symptome einer komplexen PTBS, darunter Flashbacks, emotionale Taubheit und Hypervigilanz (ständige Alarmbereitschaft).
- Vertrauensverlust: Es fällt Opfern oft extrem schwer, in zukünftigen Beziehungen (privat oder beruflich) wieder Vertrauen zu fassen, da der eigene »Warnmechanismus« beschädigt wurde.
Und bei mir?
Keine Sorge, ich habe ein recht gutes Selbstbewusstsein und spätestens seit ich die Zusammenhänge kenne, sind die Auswirkungen bei mir selbst gefühlt gut zu überblicken bzw. kaum mehr vorhanden. Was aber tatsächlich schwerwiegend ist, ist der Verlust von Würde im missbrauchenden (trianguliert, bewusst oder unbewusst) Personenkreis.
Stell dir vor, du kommst zu deiner Familie und egal, was du sagst, es hat immer den Beigeschmack von »Du redest doch nur Quatsch«. Stell dir vor, du gehst zu deiner Familie und beschwerst dich über mehrfach vorgetragene Beleidigungen und die Antwort ist immer: »Das bildest du dir nur ein« oder »Ist doch alles nur Spaß«. Im nächsten Satz wird die Beleidigung wieder subtil hinterherschoben. Stell dir vor, du erzählst einem Familienmitglied von Fakten, die du kennst, und dir wird gesagt, dass das alles Quatsch sei, den du dir eh nur »angelesen« hast. Geil, oder?
Erschreckend in meinem Fall finde ich vor allem die zeitlichen Zusammenhänge und dass es im Wesentlichen im Hintergrund zwischen den Mitgliedern meiner Familie trianguliert. Ich hatte mein ganzes Leben nie ein ähnliches Problem. Erst als ich es wagte, mein Erbe wiederhaben zu wollen, wurde dies als Waffe gegen mich gerichtet.
Als Ergebnis steht man wie Don Quichotte vor tausend Windmühlen, kämpft und kämpft und trotzdem ist es eine völlige Verschwendung von Kraft und Energie. Ein Satz genügt und alles, was man sagt, hat keinen Wert mehr. Für Täter ist dies die perfekte Waffe gegen Menschen und deren Argumente.
Den Kreislauf durchbrechen
Durchbrechen kann man diesen Kreislauf nur schwer bis nahezu unmöglich. In den allermeisten Fällen hilft nur 100%iger nocontact. Ich habe für mich entschieden, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit außerdem Mittel sind, um der Breite der Auswirkungen entgegenzutreten. Dummerweise bleibt es nicht in der Familie. Ich für meinen Teil habe absolut nichts zu bereuen oder zu verbergen.
Im Prinzip ist nichts, was ich von mir gebe, wirklich »irre« und du kannst dir hier ein Bild machen, wie klar im Kopf ich bin oder nicht. Niemand in meiner Familie könnte auch nur den Hauch eines faktischen Beweises vorbringen. Es sind einfach dümmlichste Behauptungen, um mich als Mensch und meine Argumente zur Zersetzung abzuwerten.
Das ist für Täter unglaublich einfach und bietet maximalen Nutzen. Ich habe mich übrigens tatsächlich umfassend medizinisch-psychologisch (Neurologie Klinik Bad Berka) untersuchen lassen, weil ich endgültige und faktische Klarheit haben wollte. Man zweifelt leider viel zu schnell an sich selbst. Exakt, hier ist der Kern der Perversität des Ganzen.
Dass du hier meinen Blog lesen kannst, ist Teil des Durchbrechens des Kreislaufs. You are welcome!


