Liebe Mutter,
anbei sende ich dir eine Kopie meines aktuellen Briefes an Bruder und Vater Ich schwöre, ich belästige dich zum allerletzten Mal. Da ich gehofft hatte, mit Vater zu einer Einigung zu kommen, dachte ich, es wäre diplomatischer, nur mit ihm selbst »zu verhandeln«, was natürlich absehbar nicht funktioniert hat.
Gleichzeitig muss ich aber auch bei uns für reinen Tisch sorgen. Ich kann das nicht ertragen, dass Dinge zwischen uns ungesagt sind. Deshalb waren mir auch unaufrichtige Weihnachts- und Neujahrswünsche nicht möglich.
Was du in unsere Gespräche »einfließen« lassen hast, sorgt leider dafür, dass wir keinen Kontakt mehr haben können. Es wird dich vielleicht wundern, aber ich lege als Mensch nun mal Wert darauf, mit Respekt, Anstand und Würde behandelt zu werden.
Wenn du mich für »nicht ganz richtig« erklärst, ist das natürlich vollkommen automatisch nicht mehr gegeben. Es war vermutlich nicht deine Absicht, aber Kontakt ist dadurch endgültig nicht mehr möglich. Meine Integrität als Mensch und meine Grenzen sind nicht verhandelbar.
Du hast mich mehrfach völlig ohne schlechtes Gewissen und geradeaus massiv gegaslightet (»Also Tom. Mit dir stimmt doch was nicht.« Das hast du dir nur angelesen.«) So direkt und geradezu naiv hat sich das weder Bruder noch Vater jemals getraut, weil die wissen, dass ich sie im selben Augenblick argumentativ gestellt hätte. Gleichwohl habe ich eine Ahnung, wie das hinter meinem Rücken so abläuft, wenn ich mich nicht wehren kann, und wie sich das womöglich in deinem Kopf festgesetzt hat. Test 1:
- Wie lange hast du eigentlich noch mal Psychologie studiert?
- Wie heißen Bewertungssysteme, um psychische Störungen fachspezifisch und faktisch korrekt zu quantifizieren?
- Wie ist deine kategoriale Diagnose bei den 2 meistverwendeten Bewertungssystemen?
- Nenne 5 unwiderlegbare Fakten (wo ein Arzt nicht lachen würde), die beweisen, dass ich »nicht ganz richtig bin«.
- Nichts?
Es ist ein Hirngespinst, das du dir einredest oder einreden lassen hast. Eine letzte Hoffnung liegt darauf, dass es ursprünglich nicht deine Idee gewesen ist. Der Ursprung ist ohne jeden Zweifel ein Akt blanker Bösartigkeit und du solltest dich in Acht nehmen! Es ist das gleiche manipulative Niveau, wie Vater bei mir und Bruder dir die ganze Schuld für die Trennung gegeben hat (»Parental Alienation«). Wie lange macht ihr das eigentlich schon so hinter meinem Rücken? Wie hat das angefangen? Das Niveau ist erstaunlich ekelhaft. Auch dass du das mit Silvia triangulierst, macht mich fassungslos.
Wusstest du, dass die Stasi Gaslighting massiv eingesetzt hat, um politische Gegner weichzukochen, zu verwirren und bloßzustellen (aka »Zersetzung«)? Ob das dein Ex-Mann weiß?
Prinzipiell empfiehlt es sich, bei der Analyse bedeutender Problemlagen immer zwischen Fakt und Meinung zu unterscheiden. Was Bruder z. B. bezüglich des Erbes behauptet, ist eine Meinung. Meinungen sind wandelbar, Fakten nicht. Soll ich meine Existenz als Mensch auf einen wandelbaren Faktor stellen? Wie dumm wäre das?
Selbstverständlich: Basis JEDER vernunftbasierten Entscheidung sind Fakten, nicht Meinungen. Wenn Fakt und Meinung so diametral entgegengesetzt liegen wie im Fall »Erbverzicht«, was sollte man als schlauer Mensch dann glauben? Fakt oder Meinung?
Bruder hat nach Monaten voller ekelhafter Lügen sehr bald letztmalig die Möglichkeit, zu beweisen, dass er mich nicht bestehlen will. Wie verhältst du dich, wenn dann ganz zum Schluss feststeht, dass ich doch immer Recht hatte?
Stell dir vor, Bruder wäre bei mir eingebrochen und hätte kurz vor Monatsende meinen Kühlschrank leergeräumt und gleichzeitig alle Wertgegenstände mitgenommen. Dieses Szenario hat nur einen winzigen Bruchteil der Bösartigkeit. Aber: Wie entspannt wäre dann euer Verhältnis? Hättest du ernsthaft Position bezogen, wäre das Thema längst erledigt. Maybe. Nun leider zu spät.
Liebe Mutter: Es zerstört mich fundamental, dass gerade du dir nicht anders zu helfen wusstest, als mich psychisch zu missbrauchen. Bewusst oder unbewusst ist dabei irrelevant. Du hattest alles, um den Fehler mindestens nachträglich zu korrigieren. Ich verstehe natürlich, dass es für dich vieles einfacher macht: nicht auszudenken, wenn du mich hättest ernst nehmen müssen.
Im Prinzip ist das Gesamtthema so dramatisch, aber gleichzeitig moralisch absolut glasklar, dass ich hier eigentlich von meiner Mutter eine klare Position hätte erwarten können. Neutral zu sein bei dieser Grundkonstellation, erscheint nicht nur mir schwer möglich. Entweder findet man es gerecht, wenn der eine Bruder dem anderen das Essen vom Tisch klaut, oder nicht. Sehr bald gibt es keinerlei Möglichkeit, sich diese Konstellation in irgendeiner Form schönzureden.
Ich rätsle übrigens immer noch, wie man schlau werden soll, wenn man sich Wissen nicht »anliest«. Ich dachte immer, die Abwesenheit von Wissen sorgt dafür, Zusammenhänge nicht verstehen zu können. Wie ein »MEHR« an Wissen zu weniger Verständnis führen soll, erschließt sich mir nicht. Kannst du dir etwa den Inhalt eines Buches erklären, wenn du es nicht gelesen hast? Das wäre der Wahnsinn. Du stellst damit mal locker den wesentlichsten Teil meiner Existenz in Frage.
Meine Empfehlung für besseres Verständnis wäre ja, MEHR zu lesen und zu versuchen, sich in meine Perspektive hineinzuversetzen, aber wer bin ich schon. Ich würde in keinem Fall jemals etwas von mir geben, was nicht zu 100 % faktisch begründet ist. Du kannst gern meine Argumente mit besseren entkräften, aber mich für »bekloppt« zu erklären, weil du das nicht kannst, ist sehr sicher nicht der richtige Weg.
(Im Anhang Test 2. Dieser Fragebogen wird Opfern in toxischen Beziehungen von Psychologen zur Quantifizierung der Toxizität vorgelegt. Ich fand den Test sehr erhellend. Du kannst diese Fragen logischerweise nur für die Person korrekt beantworten, bei der du selbst Opfer warst.)
Tom
_Kreuze alle Punkte an, die auf die toxische Person zutreffen:
| Bereich A | Bereich B |
|---|---|
| [ ] Öffentliches vs. privates Selbst: Das Verhalten im Privaten weicht stark vom öffentlichen Image ab. | [ ] Unehrlichkeit: Lügt oder verschweigt Fakten, um eine Fassade zu wahren oder Vorteile zu erlangen. |
| [ ] Oberflächliche Loyalität: Zeigt nur Loyalität, wenn es den eigenen Interessen dient. | [ ] Verdeckte Drohungen: Nutzt Drohungen, um Gehorsam oder Zustimmung zu erzwingen. |
| [ ] Unfähigkeit, Fehler zuzugeben: Schwierigkeiten, eigene Fehler oder Schwächen einzugestehen. | [ ] Extreme Kontrolle: Zeigt extremes Verhalten beim Versuch, andere zu steuern. |
| [ ] Ungefragte Ratschläge: Beharren darauf, es besser zu wissen und Ratschläge aufzudrängen. | [ ] Irrationale Wut: Reagiert bei Konfrontation mit feindseligem oder irrationalem Zorn. |
| [ ] Mangel an Selbstreflexion: Vermeidet tiefes Nachdenken über die eigenen Beweggründe. | [ ] Gefühle abtun: Behauptet, die eigene Sichtweise sei die einzig gültige. |
| [ ] Verpflichtungs-Druck: Erinnert dich ständig an deine angeblichen „Pflichten“. | [ ] Erfolge stehlen: Mindert die Leistungen anderer ab, um selbst überlegen zu wirken. |
| [ ] Abwertung Anderer: Behandelt Menschen, die anders sind, mit Verachtung. | [ ] Chronische Frustration: Das allgemeine Auftreten ist geprägt von ständiger Verärgerung. |
| [ ] Übersteigerte Fantasien: Besessenheit von Erfolg, Macht, Schönheit oder idealer Liebe. | [ ] Doppelmoral: Hält sich selbst für befreit von Regeln, die für andere gelten. |
| [ ] Machtstreben: Starke Anziehung zu Themen von Dominanz und Macht. | [ ] Oberflächliche Liebe: Zeigt einen sehr seichten Ansatz bei Beziehungen. |
| [ ] Emotionale Distanz: Wirkt unbeholfen bei emotionaler Verletzlichkeit. | [ ] Grenzverletzungen: Ignoriert Grenzen, um dein Leben nach den eigenen Wünschen zu formen. |
Detaillierte Auswertung: Grad des benötigten Schutzes
| Anzahl „WAHR“ | Schutz-Level | Bedeutung | Empfohlene Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| 0 – 5 | MARIENKÄFER | Wahrscheinlich kein toxisches Muster präsent. | Vertraue deinem Bauchgefühl und achte auf belastende Verhaltensweisen. |
| 6 – 12 | STACHELSCHWEIN | Wahrscheinliches toxisches Muster. Ein Signal, sich über Manipulation zu informieren. | Zeige eine harte Schale; sei bereit zur Flucht; kommuniziere klar, dass du nicht ausbeutbar bist. |
| 13 – 20 | LÖWE | Indikator für eine Beziehung, die zu ernsthaftem Schaden führen kann. | Erfordert ein furchtloses Schutzniveau. Sichere dich selbst und deine Liebsten konsequent ab. |
Und? Trifft es vielleicht doch den Kern?
Leider sind wir beide die perfekten Opfer für toxische Menschen. Wir haben beide eine gewisse Grundnaivität und glauben prinzipiell an das Gute in Menschen. Selbst schützen kann man sich nur durch »WISSEN«.



